UHCO schafft den Aufstieg in die 2. Liga

08.04.2013

 

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Am vergangenen Wochenende (6./7. April 2013) war es endlich soweit. Das Fanionteam des UHC Obersiggenthal packte seine Koffer für die Aufstiegsspiele in Kaiseraugst. In den letzten Wochen drehte sich alles nur noch um dieses Highlight. Mit dem Abschlusstraining am Freitag versuchte Coach Back nochmals gezielt den Teamspirit zu stärken. Denn nur mit einem gesunden Teamgeist ist überhaupt irgendetwas zu holen an diesen 3 happigen Spielen. Schon bald am Tage der Wahrheit merkte man, dass dieses Feuer im Team ausgebrochen ist. Jeder war topmotiviert und freute sich auf die Abendaffiche gegen den UHT Schüpbach II. Ein erstes Kräftemessen stand bevor.

Kaum hatte das Spiel begonnen, so bot sich dem UHC Obersiggenthal auch schon die erste Topchance. Eine Unachtsamkeit des Verteidigers konnte aber Füglister nicht zum 1. Tor des Spiels ummünzen. Doch die Obersiggenthaler blieben hartnäckig. Sie scheiterten aber mit einem Schuss am glänzend reagierenden Torhüter. So zu sagen im Gegenstoss fiel dann aber doch der erste Treffer des Abends. Doch leider auf der falschen Seite. Leder lenkte einen Schuss des Schüpbacher Angreifers unglücklich ins eigene Tor ab. Viele dachten vielleicht schon, dass könnte ja heiter werden. Aber die Obersiggenthaler zeigten Moral. Sie liessen sich durch diesen unglücklichen Treffer nicht beirren, spielten ihr Spiel weiter. Leder wollte wieder etwas gutmachen und versuchte sein Glück im gegnerischen Slot. Dort wurde der wirblige Verteidiger sträflich alleine gelassen. Der Pass kam und mit einer gekonnten fussballerischen Annahme hämmerte er schlussendlich den löchrigen Ball in die Maschen. Der Jubel fiel heftig aus, so heftig, dass es auch Coach Keller nicht mehr auf der Bank aushielt und wie ein wilder Esel auf das Spielfeld rannte. Für diese Aktion wurde er vom Schiedsrichterduo ermahnt und fortan hielt er sich auch zurück beim Jubeln. Denn zu jubeln gab es nach dem Pausentee tatsächlich noch einiges. Ein wuchtiger Auswurf von Torhüter Frunz stellte die Schüpbacher Abwehr vor grössere Probleme und der hinterste Mann wusste sich nur noch mit einem hohen Stock zu wehren. Dies hatte eine 2 Minuten Strafe sowie einen Penalty zur Folge. Grundsätzlich wurde der Penaltyschütze im letzten Training bereits erkoren, doch weil Keller verletzt war und somit nicht anlaufen konnte, übernahm der altbewährte Schütze Füglister die Verantwortung. Er liess sich weder von den Zuschauern noch vom gestikulierenden Torhüter ablenken und verwandelte wie gewohnt ziemlich cool und liess den Torhüter dabei alt aussehen. Somit hiess es 2:1 für die Obersiggenthaler. Nun drückten die Schüpbacher auf den Ausgleich und zu allem Übel fiel dieser Treffer dann wenig später auch. Aber kein Problem für die jungen Wilden. Ein schnell vorgetragener Konter schloss schliesslich Füglister mit seinem 2 persönlichen Treffer ab. Erneut wurde er vom excellent aufgelegten Frunz (dies war er Gerüchten zu Folge auch schon am Vorabend) mit einem super Auswurf auf die weite Reise Richtung gegnerisches Tor geschickt. Jetzt hiess es das Resultat zu halten. Die Obersiggenthaler mauerten, sie liessen den Gegner kommen, doch in der gefährlichen Zone liessen sie ihnen keinen Raum. Zudem versuchten sie mit schnellen Kontern die Entscheidung herbeizuführen. Doch man sündigte im Abschluss und so blieb es bis zur letzten Sekunde ultraspannend. Aber schlussendlich brachte man den 1 Torvorsprung über die Zeit und feierte den 1. Sieg an diesen Aufstiegsspielen. Die Freude war natürlich riesig, doch das war erst ein kleiner Schritt, nun hiess es das Spiel abzuhaken, sich zu erholen und den Fokus auf den Sonntag zu legen.

Am 2. Tag mussten die Herren aus Obersiggenthal früh aus den Federn. Das Spitzenspiel gegen den zu favorisierenden UHC Frick Stein stand auf dem Programm. Doch die eingeschworene Truppe aus dem Siggenthal schöpfte nach dem gestrigen Sieg Mut. Von Angst sah man keine Spur. Sie waren von der ersten Sekunde an voll da. Bereits in der 1. Minute kachelte es dann auch gleich im Kasten der Fricker. Füglister eroberte in der Offensive die Kugel und bediente Captain Gilli alias Chilli, welcher eiskalt zur 1:0 Führung einschob. Die Fricker wussten nicht wie ihnen geschah, denn beim nächsten Einsatz des brandgefährlichen Blockes um Center Gilli leuchtete die Laterne hinter ihrem Tor erneut auf. Ein rasch vorgetragener Konter über alle Offensivstationen schloss schlussendlich L. Rothe souverän ab. Ein super Tor von hinten nach vorne. Somit hiess es neu 2:0. Nun zogen sich die Obersiggenthaler stark zurück, denn sie mussten keine Tore mehr schiessen und eine Niederlage für Frick wäre gleichbedeutend wie das Aus ihrer Träume. Das Heimteam drückte vehement und konnte noch vor der Pausensirene mit einem verdeckt abgegebenen Weitschuss auf 2:1 verkürzen. Der UHC Obersiggenthal blieb seiner Linie treu, sie liessen die Gegner anrennen und versuchten mit schnell vorgetragenen Kontern ihr Glück in der Offensive. Es wurde ein paar Mal sehr brenzlig hüben wie drüben. Aber ein klares Chancenplus war natürlich auf der Seite der Fricker auszumachen. Da auch Frunz nicht über Superkräfte verfügt kam es wie es kommen musste, der Ausgleichstreffer fiel. Die Halle tobte, denn nun war wieder alles offen. Die Obersiggenthaler konnten aber auch mit einem Unentschieden leben und deshalb blieb das Spielgeschehen das Gleiche. 5 Minuten vor Schluss kassierte das Heimteam eine 2 Minutenstrafe. Doch wer um das Powerplaykönnen der Obersiggenthaler vor dem Spiel Bescheid wusste, musste sich darüber keine grossen Sorgen machen. Denn bis jetzt haben sie in der laufenden Saison überhaupt nichts zu Stande gebracht in Überzahl. Doch an diesem Tag war irgendetwas anders. Gilli verlud mit einer gekonten Piruette, in der Manier von Stéphane Lambiel in seinen besten Zeiten, seinen direkten Gegenspieler. Etwas überrascht war er dann doch, als er sah wie viel Platz man ihm gewährte und so zog er kurzerhand ab und düpierte den Torhüter von Frick. 3:2 für die Obersiggenthaler, was für ein Showdown. Es blieb spannend, die Fricker gaben sich noch nicht geschlagen und versuchen alles um den Ausgleich noch zu bewerkstelligen. Doch ein Wechselfehler unterband dieses Unterfangen. Wiederum eine 2 Minuten Strafe. Sie nahmen zwar den Torhüter noch aus dem Kasten. Christoph „Tiger“ Kistler fasste sich ein Herz und schlug den Ball in hohem Bogen über die Abwehr direkt ins Tor. Somit war der Sieg perfekt. Schlussendlich fiel der Sieg sicherlich glücklich aus, denn die Fricker waren das aktivere Team, machten insgesamt mehr fürs Spiel. Der entscheidende Punkt war, dass der UHC Frick Stein gewinnen musste, während dem die Obersiggenthaler sich auch mit einem Unentschieden begnügen konnten. Die Obersiggenthaler spielten sehr klug und nutzten ihre wenige Chancen eiskalt aus. Währenddessen sich die Fricker Mal für Mal an der Abwehr oder dann schlussendlich am sackstark aufspielenden Frunz die Zähne ausbissen. Am Schluss kommt es nur drauf an, wer mehr Tore geschossen hat, und in diesem Fall war das der UHC Obersiggenthal. Der 2. Sieg im laufenden Wettkampf war also Tatsache.

Im letzten Spiel kam es zu der Finalisimma zwischen den noch 2 verbliebenen Aufstiegskandidaten dem UHC Obersiggenthal und Gürbetal RK Belp II. Der Sieg in dieser Partie war gleichbedeutend dem Aufstieg in die 2. Liga GF. Da der UHC Obersiggenthal aber bereits 2 Siege in der Tasche und die Belper lediglich 2 Zähler auf ihrem Konto hatten, genügte den Obersiggenthaler auch ein Unentschieden zum Aufstieg. Doch auf eine Nullnummer wollte man sich natürlich auch nicht einlassen. Dennoch war die Devise klar, wenn man hinten keine Tore kassiert so würde man aufsteigen. Also versuchte man wie einst die Italiener, das Spiel aus der Defensive zu gewinnen und mit vereinzelten Nadelstichen dem Gegner den Gnadenstoss zu geben. Das mit dem Gnadenstoss gelang lange nicht. Man hatte zwar wiederum einzelne Kontermöglichkeiten, doch nun merkte man es dem jungen Team an, dass sie bereits 2 Spiele in den Beinen haben. Auch die letzte Konzentration fehlte, denn man sündigte im Abschluss. Als Verteidigung für die Mannschaft muss man festhalten, dass die anderen Mannschaften mit 3 Blöcken + Auswechselspieler agierten. Die Obersiggenthaler spielten aber immer mit 2 Blöcken durch. Doch auch die Belper waren nicht mehr ganz so spritzig und leichtfüssig unterwegs wie in den Spielen zuvor. Sie versuchten die Obersiggenthaler einzuschnüren. Doch die Mannen in schwarz standen kompakt und konnten so jegliche Chance des Gegners abblocken. Und zu guter Letzt verlor auch Frunz seine starke Form nicht. So verzweifelten die Gegner immer wieder an der massierten Hintermannschaft. Wiederum ein Konter brachte dem UHC Obersiggenthal die nötige Entlastung. Marcel Hitz tankte sich durch und schoss sein Solo ab. Der Torhüter konnte den Ball nur noch nach vorne abprallen lassen und da stand mit Haag erneut ein Spieler der Obersiggenthaler. Die Belper versuchten zwar noch, ihn am Abschluss zu hindern, doch er setzte alles in eine Waagschale und drückte den Ball schlussendlich über die Linie. Ein enorm wichtiger Treffer, denn nun musste RK die Schleusen öffnen und alles auf die Karte Angriff setzen, denn nun benötigten sie 2 Treffer. Das Schiedsrichterduo bat zum Pausentee, eine willkommene Verschnaufpause, denn die Obersiggenthaler liefen auf dem letzten Zahnrad. Sie konnten ihre Lungen nochmals mit frischer Luft füllen und gingen mit breiter Brust aus den Katakomben. Sie wussten, nur mit einer sauberen Defensivarbeit konnten sie diesen Fight für sich entscheiden. Es war spannend, auch die Zuschauer trugen ihren Beitrag dazu bei. Mit lauten Sprechgesängen versuchten sie ihre Lieblinge nach vorne zu peitschen. Die Obersiggenthaler verpassten es den Knockouttreffer zu erzielen und so hofften die Belper weiter auf den Luckypunsh. Eine 2 Minuten Strafe erhöhte die Chance der Belper diesen zu erzielen. Und tatsächlich der Ball zappelte im Netz. Mit einem Airhookgoal erzielten sie den vermeintlichen Ausgleichstreffer. Doch der Treffer wurde sofort vom Schiedsrichterpaar wegen Stürmerfoul annulliert. Die Belper gaben aber nicht auf, sie nahmen auch noch den Torhüter aus dem Spiel und ersetzten diesen mit einem zusätzlichen Feldspieler. Die Vorgabe des Trainergespann war eindeutig, den Ball einfach möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten. Diese Worte schienen bei Niederberger nicht gross angekommen zu sein, denn nur so ist zu erklären, dass er in der eigenen Hälfte den Gegenspieler um einen Tanz bat. Aber ein guter Tänzer scheint er nicht zu sein, denn mit seinem lässigen Move verlor er den Ball ziemlich stümperhaft an den Angreifer. Zu seinem und zum Glück der gesamten Mannschaft konnten die Belper aber auch diese Chance nicht ausnützen. Und so wurde es immer klarer, dass diese Partie nicht mehr kippen konnte. Auch wenn die Belper noch einige Grosschancen erhielten, war es irgendwie klar, wie dieses Spiel ausgehen wird. Denn der UHC Obersiggenthal hatte an diesem Wochenende das nötige Glück auf seiner Seite und so konnte nichts mehr schief gehen. Es blieb beim knappen und glücklichen 1:0 Sieg für die Obersiggenthaler. Der Aufstieg in die 2. Liga war somit perfekt und grenzenloser Jubel entfachte. Niemand hatte dem UHC Obersiggenthal Kredit gegeben. Selbst die sogenannten Profis und Kenner in den Foren und an den Stammtischen hatten dem UHC Obersiggenthal nicht einmal einen Hauch von einer Aussenseiterchance zugetraut. Doch auch die Griechen bei der EURO 2004 hatte niemanden auf der Rechnung und siehe da sie wurden Europameister. Und so wurden auch hier die Kritiker eines Besseren belehrt. Die Obersiggenthaler haben zwar nicht die gleichen Grundvoraussetzungen (Trainingsmöglichkeiten / Spielerpersonal etc.). Aber all das hindert sie nicht daran den Aufstieg zu bewerkstelligen. Denn in einem Punkt sind sie anderen Vereinen meilenweit voraus – der Teamspirit. Jeder ging für jeden und da Unihockey nun mal keine One Man Show ist, ist das der entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Jeder Spieler hatte an diesem Wochenende sich in den Dienst der Mannschaft gestellt und genau das braucht es um Erfolg zu haben. Zudem war es so, dass jeder Spieler sein Potenzial auf den Punkt genau abrufen konnte und schlussendlich macht es genau das aus, um solche Siege in solchen entscheidenden Spielen einzufahren. Der Aufstieg in die 2. Liga nach 2 Saisons auf dem Grossfeld ist eine beeindruckende Story. Zudem das Erreichen des 1/16-Finals im Schweizer Cup, das ist nur mit einem aussergewöhnlichem Team und einem super funktionierenden Verein zu schaffen.

Ein herzliches Dankeschön gilt dem Trainergespann (Michael Back, Marco Keller und Jan Luternauer), welches das Team perfekt auf diese Spiele einstimmte und auch von der Bank aus die richtigen Entscheide trafen. Aber auch den zahlreich erschienen Fans ist ein Kompliment auszusprechen. Das Anfeuern war richtig klasse. Man möchte sich aber auch beim Veranstalter für diese perfekt organisierte Runde bedanken sowie auch bei allen gegnerischen Teams. Die Spiele wurden zwar hart aber immer im fairen Rahmen geführt, das ist nicht selbstverständlich bei einer solchen Bedeutung der Spiele.

Und schlussendlich vielen Dank an das gesamte Team. Eine super Saison und mit einem grandiosen Happyend, was will man mehr.

Gilli (2/1); Füglister (2/2); L. Rothe (1/0); Leder (1/0); Michael Hitz (0/0); Kistler (1/0); Marcel Hitz (0/1); Haag (1/0); Vogler (0/0); Niederberger (0/0); Luternauer (0/1); Staudenmann (0/0); Kälin (0/0); Frunz (0/1); M. Rothe (0/0)

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