Intensiver Startschuss des Herren 1

15.09.2020

Exakt 6 Monate und 11 Tagen oder auch einfach ausgedrückt 16 848 000 Sekunden, so lange ist es her, als das Fanionteam des UHC Obersiggenthals das letzte Mal – dazumal noch in der 3. Liga – auf Punktejagd ging.

Einleuchtend, dass da gewisse Trikots zuerst einmal ordentlich abgestaubt werden mussten. Schlaue Hausmänner wuschen gar einfachhalber die Trikots nochmals, damit der «Arielduft» so richtig in die Halle einziehen konnte. Die Zuschauer konnten den herrlichen Frischwaschduft jedoch nur erahnen, mussten doch alle brav dem Schutzkonzept Folge leisten und das Spektakel hinter einem Mund- und Nasenschutz verfolgen. Befürchtet wurde eine Art «Geisterspiel», doch die Obersiggenthaler Bevölkerung kennt mittlerweile den Umgang mit dem Virus und hat sich an die Schutzmassnahmen gewöhnt. So fand eine gut bürgerliche Anzahl Schaulustige den Weg in die Sporthalle und unterstützten ihre Lieblinge unten auf dem Spielfeld. Gespannt waren aber nicht nur die eigenen Spieler/Trainer und Zuschauer. Auch für den UHC Alligator Malans II war der UHC Obersiggenthal eine neue Erfahrung. Doch bereits vorneweg, dieses Spiel war nicht das einzige Highlight an diesem Wochenende, denn schon bereits einen Tag später empfing man mit den Red Devils March-Höfe Altendorf einen Vertreter aus der NLB zum Cupspiel. Die internen Journalisten – ständig unter Zeitdruck des Redaktionsschlusses – müssen an dieser Stelle Abstriche machen bei der ausführenden Berichterstattung. Man einigte sich über einen gemeinsamen/gesammelten Beitrag über beide Spiele. Zuerst also das 1. Meisterschaftsspiel der Saison gegen die Raubtiere aus dem Bü-Bü-Bünderland (in Anlehnung an Altbundesrat Merz, welcher vor Jahren das schmackhafte Bündnerfleisch in einem Lachanfall zum Besten gab):

Die Nervosität war, vor allem bei den jüngeren Spielern, offensichtlich in dessen Gesichter geschrieben. Leitwolf Hitz aka alter Hoppelhase mit Zipfelfrisur beruhigte seine jungen Ziegen. «Es gibt keinen Grund nervös aufzutreten», so sein Statement vor dem Anpfiff. Auch wenn man fortan in einer höheren Spielklasse spielt, so weiss man über die eigene Fähigkeit Bescheid. Dies heisst noch lange nicht, man müsse sich hinter der eigenen Spielerbank verstecken und dem Gegner das Spielfeld überlassen. Mit breiter Brust soll man voranmarschieren. Nach den ersten 10 Minuten war die Startnervosität endgültig von dannen und man fing an, sein Spiel aufzuziehen. Leider musste man bis zu diesem Zeitpunkt aber bereits 2 Gegentreffer hinnehmen. Doch fortan riss der UHCO das Zepter an sich, erarbeitete sich Chancen, doch ein Tor sollte noch nicht fallen. Mit dem 2-Torerückstand trat man den Gang in die Katakomben an. Auch im 2. Durchgang hielt man das angeschlagene Tempo hoch und zeigte, was so alles in der Mannschaft schlummert, doch die gewünschte Kaltschnäuzigkeit liess zu wünschen übrig. Oftmals scheiterte man am eigenen Unvermögen, an gutstehenden Verteidigern oder am gegnerischen Torhüter, welcher ein beeindruckendes Stellungsspiel an den Tag legte. Malans konzentrierte sich auf die sich bietenden Kontergelegenheiten und nutzten diese in regelmässigen Abständen aus – sehr zum Ärger von Torwächter Frunz, welcher sonst nicht allzu viel zu tun hatte. Man lief bis zum Schlussdrittel einem 4-Torerückstand hinterher, ohne auch nur ein wenig nachzulassen. Alle – ja wirklich alle, bis sogar zum ersten Tellerwäscher, glaubten stets an den Sieg. Wann öffnet sich endlich der Knoten? Wann belohnt man sich endlich für den enormen Aufwand, den man betrieb? Leider erst viel zu spät. 3 Minuten vor Schluss war es Center Weibel, welcher eine mustergültige Vorlage von Assistprinzessin S. Baumgartner eiskalt ausnutzte. Das letzte Aufbäumen brachte aber nichts mehr Zählbares auf die Anzeigetafel und so musste man dem Gegner aus dem Bündnerland (A.d.R. nein der Witz mit dem Bü-Bü macht man nicht zweimal) zum 4:1 Sieg gratulieren. Das Gezeigte machte aber jedem Mut für die Aufgabe nur einen Tag später am gleichen Ort gegen einen vermutlich noch stärkeren Brocken als Gegner. Möchte man gegen einen NLB-Vertreter bestehen, ja so müsste die Kaltschnäuzigkeit aber schnurstracks über Nacht in die Köpfe der UHCO-Spieler Einzug halten.

Direkt aus dem Eisbad fanden sich am nächsten Tag sämtliche Protagonisten in der Halle ein. Der Muskelkater vielleicht beim einten oder anderen Spielern noch nicht ganz verflogen, bemühte man sich beim Einturnen die Muskulatur zu lockern. In diesem Spiel war im Gegensatz zum Spiel am Vortag keine Spur von Nervosität zu spüren. Es gab auch überhaupt keinen Grund. Was hatte man schon zu verlieren? Wollte man tatsächlich das nicht ganz ernstgemeinte Unterfangen Cupsieg 2021 weiterverfolgen, so mussten sie ja die roten Teufel so oder so zurück in die Hölle schicken und wenn dies doch nicht gelingen sollte, ja dann wäre es ja nichts als der normale Spielverlauf zwischen David und Goliath. Nun aber ernsthaft, man wollte es dem auf dem Papier hochüberlegenen Gegner von Beginn weg nicht einfach machen. Hochstehen, Mitspielen und den Gegner so lange wie möglich ärgern. So in etwa war die Devise des Trainergespanns. Und dies wurde formidabel von ihren Schützlingen umgesetzt. Den ersten Treffer durch den Favoriten konnte der hartnäckige Schüpbach kontern und auch als wenig später das 2:1 erfolgte, kostete Altmeister Hitz überschwänglich mit seiner altbekannten «Säge» den 2:2 Ausgleichstreffer mit seinen Teamkameraden aus. Bis zur 38 Minute konnte man dieses Unentschieden halten. Neutrale Beobachter rieben sich verdutzt die Augen. Denn der Spielstand ging zu diesem Zeitpunkt absolut in Ordnung. Zum einen blieb der hochdotierte Gast bis zu diesem Zeitpunkt weitgehend blass und zum anderen überraschten die Siggenthaler mit erfrischendem Unihockey und grossem Kämpferherz. Das Resultat wollte man unbedingt in die Pause bringen, doch dieses Unterfangen ging komplett in die Windeln. Gleich 2 Treffer musste man noch vor dem Pausentee schlucken und so traten die Spieler ein wenig enttäuscht den Gang in die Katakomben an. Doch auch zu diesem Zeitpunkt: Man war dran, hatte noch alle Chancen ein Ausrufezeichen zu setzen. Der Gegner sichtlich genervt, schaltete zum letzten Abschnitt 2 Gänge höher. Langsam aber sicher merkte man die Müdigkeit bei den UHCO-Spielern an. Nicht unbedingt körperlich, sondern viel mehr geistig war man nicht mehr auf der Höhe. Fehler, wie man sie in den ersten beiden Abschnitten nicht gemacht hatte, übernahmen die Oberhand im Spiel der Siggenthaler. Sie konnten sich kaum noch dem Druck des Gegners entziehen, waren stets einen Schritt zu spät dran und fingen an zu spekulieren. In der Summe aller Sünden war dies gleichbedeutend wie der Untergang in diesem Spiel. Man musste einen Treffer nach dem anderen hinnehmen. Auch der Ehrentreffer blieb den tapfer aufspielenden Siggenthaler verwehrt und so musste man sich schlussendlich dem Gegner mit einem 2:14 beugen. Doch auch wenn jetzt einige Negativpunkte in den Zeilen niedergeschrieben wurde, es überwiegt hier die gute, ja sogar sehr gute Leistung über 38 Minuten. Daran muss man sich messen. Dass das Resultat summa summarum zu hoch ausfiel ist schlussendlich nur vielleicht für die Buchmacher von Interesse. Man hatte dem Favorit über weite Strecken Paroli bieten können und sie gefordert und das war grundsätzlich das Hauptziel. Darauf darf die Mannschaft stolz sein und soll dies auch mitnehmen für die bevorstehenden Aufgaben in der Meisterschaft. Etwas Gutes hat das Ausscheiden im Cup ja doch. Die Doppelbelastung ist endlich weg und man kann sich fortan auf die Meisterschaft konzentrieren. Viel Zeit um die Beine hochzulagern hat man indes aber nicht. Bereits nächsten Samstag geht es weiter mit dem Spiel gegen den STV Berg. Möchte man den Berg erzwingen, so wird empfohlen Steigeisen und gutes Schuhwerk miteinzupacken. Das allerwichtigste im Wanderrucksack wird aber das eigene Selbstvertrauen und den bis dahin tadellosen Teamzusammenhalt sein.

News verfasst von Oliver Füglister

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