Herren 1 übersteht Cuprunde im Trainingsweekend

17.08.2020

Da sich im Schweizer Cup auch Mannschaften vom Kleinfeld für das Spiel auf der grossen Bühne anmelden dürfen, hiess der erste Kontrahent FBC Känerkinden 03, welcher sonst im kleinen Sandkasten «herumsändelet». Soweit so gut, denn solche Spiele sind durchaus für alle ein Erlebnis und schliesslich macht dies auch einen Schweizer Cup aus.

Einen faden Beigeschmack haben solche Anmeldungen aber trotzdem. In einer verblüffenden Regelmässigkeit treten die Kleinfeldteams ihr Heimrecht ab, da sie anscheinend über keine Hallenkapazität verfügen und das Spiel nicht durchführen können. Dieser Umstand löst bei manch einem im Redaktionsbüro ein energisches Kopfschütteln aus. Denn im Beispiel des UHC Obersiggenthals, welcher auch nicht auf Rosen gebettet ist mit freistehenden Hallen bedeutet dies jedes Mal einen Mehraufwand (finanziell und auch sonst). Dies sehen wohl manche Kleinfeldteams nicht oder wollen es nicht sehen, was doch sehr schade ist. Aber gut, sei es drum. Der UHC Obersiggenthal biss auch in diesem Jahr in den sauren Apfel und übernahm das Heimrecht des Gegners. So konnten sie die Anspielzeit und -ort ansetzen und wählten dafür Herisau als Austragungsort aus. Warum zum Teufel ausgerechnet Herisau? Geografiekenner wissen, dass der Austragungsort nicht im Kanton Aargau liegt. Der Grund dafür ist simpel. Der UHCO absolvierte an diesem Wochenende zusammen mit dem Herren 2 und erstmals mit dem U21 Team ihr alljährliches Trainingsweekend in der idyllischen Ostschweiz. So musste der Gegner aus dem Baselbiet die lange Reise auf sich nehmen. Nachdem man letztes Jahr noch kläglich an einem Kleinfeldteam in der ersten Runde gescheitert war, wollte man sich in diesem Jahr von einer anderen Seite zeigen. Entsprechend motiviert und engagiert wollte man sich den zahlreichen Zuschauern präsentieren und dem Gegner aufzeigen, dass hier eine andere Musik spielt. Das Setup hätte unterschiedlicher nicht aussehen können. Der UHCO gespickt mit ein paar U21 Spielern in ihren Reihen brachten die Ersatzbänke an den Anschlag der Tragfähigkeit, währenddessen der Gegner das Unterfangen mit gefühlt 9 Spielern aber beachtlichen 3 Torhütern in Angriff nahm. Über das Spiel könnte ein Roman geschrieben werden. Zu viel gäbe es zu berichten. Da der Redaktionsschluss nahte, kürzen wir die Sache ab und sagen: «Schön war’s». Mit einem Gesamtscore von sage und schreibe 24:5 (8:2 / 8:2 / 8:1) fegte der UHC Obersiggenthal den FBC Känerkinden 03 vom Parkett. Das Spiel nahm mit fortlaufender Spieldauer immer wie mehr den Charakter eines Testspiels an. Einstudierte Spielzüge wurden ausprobiert, an der Schusstechnik wurde bis zur letzten Sekunde gefeilt und am coronakonformen Abklatschen bei eigenen Treffern geübt. Die Sache war geritzt, das letzte Kapitel der Geschichte geschrieben und so hatte das tadellos pfeiffende Schiedsrichterpaar nach 60 Minuten erbarmen mit den Baselbietern und erlöste sie mit dem Schlusspfiff. Das Weiterkommen im Cup bedeutet für den UHC Obersiggenthal, dass mit dem nächsten Gegner bereits eine schier unlösbare Hürde auf die Herren wartet. Denn mit RD March-Höfe Altendorf wartet in der 2. Runde ein Vertreter der 2. höchsten Liga (NLB) auf die Siggenthaler. Aber für das nicht ganz ernstgemeinte Unterfangen «Cupsieg 2020/2021» müsste ja grundsätzlich auch ein solcher Gegner ausgeschaltet werden.

Nach dem Cupabenteuer mussten zuerst einmal die Körper abgekühlt werden. Intelligente Füchse kamen schnell auf die Idee, dass die Kühlung von aussen her nicht so effektiv ist, also stieg man um und entschied sich für die Kühlung von innen heraus. Am Abend flanierte das Team durch die sehenswürdige Altstadt von St. Gallen. Der Teamspirit wurde bei diesem «Auslaufen» gestärkt und wie immer bei solchen Anlässen, hatte man einfach eine gute Zeit unter Freunden. Der nächste Tag brach an und spätestens dann merkten vor allem wohl die Spieler des älteren Semesters, dass sie nicht mehr 20 sind. Die schweren Beine waren merklich spürbar, der Muskelkater nicht einfach über Nacht vom Sandmännchen vertrieben. So brauchte es seine Zeit, bis auch der Hinterletzte wieder ein wenig in die Gänge kam. Es bissen jedoch alle nochmals auf die Zähne und so wurden auch die letzten beiden Trainingseinheiten mit der nötigen Aufmerksamkeit und Einsatzwillen absolviert. Dann war aber endgültig Schluss und viele werden wohl froh gewesen sein, konnten sie sich endlich in die eigenen Federn legen.  

Ein grosses Dankeschön gebührt dem Trainerstaff, welcher auch in diesem Jahr das Trainingsweekend minutiös vorbereitet und dafür gesorgt hat, dass das Team noch ein Stück näher zusammengerückt ist. Ach was wurde gelacht, Sprüche geklopft usw. Ein solch gesunder und vorbildlicher Teamspirit wird auch in der kommenden Spielzeit ein wichtiges, wenn nicht sogar das wichtige Puzzleteil sein, um eine erfolgreiche Spielzeit absolvieren zu können.

News verfasst von Oliver Füglister

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