Herren 1 kassiert deutliche Niederlage

06.11.2018

Sonntagmorgen, ein Blick auf die Uhr, 07:40 Uhr, Tatort Unterboden (Nussbaumen). Es ist still, einzig ein paar Krähen versuchen ihr Glück auf dem verlassenen Pausenhof, liegengelassenen Pausenbrote der Schüler zu ergattern. Sie werden aber nur kurze Zeit später bei ihrem Unterfangen gestört. Ein erstes Auto fährt ein, hält an, Vogler und Weibel steigen aus. Huch, noch niemand da fragen sie sich erstaunt. Die Minuten zerrinnen, immer mehr Spieler finden sich beim Treffpunkt ein. Doch schaffen es alle pünktlich?

Die Telefonleitungen zu den Wettbüros laufen heiss, das Trainertrio nehmen schon mal fröhlich das „Sparsäuli“ aus dem Sack. Den Sprint im Peloton entschied Bumbacher mit letztem Einsatz vor den ausgelaugten Gebrüder Baumgartner. Doch das waren noch nicht die Letzten. Durchdrehende Räder, ein aufheulender Motor ist weit in der Ferne zu hören. Vater Kälin schlängelt sich durch den Autohaufen und setzt Punkt 07:45 Uhr zur Vollbremsung im Pausenhof an. Kälin Junior strahlend im Wissen, dass er pünktlich gestrandet ist,  grüsst seine Mitkameraden. Geschafft, der Kampf gegen die Uhr wurde von allen gewonnen – herzliche Gratulation.

Auf der Fahrt nach Münchenstein wurden die Batterien mittels Halt an der altbekannten Coop-Pronto-Tankstelle in Dättwil wieder aufgeladen. Nach einer gemütlichen Fahrt in die Nordwestschweiz bezogen die Herren ihre Garderobe. Der erste richtige Prüfstein stand heute auf dem Programm. Im Startspiel der Runde wartete mit Unihockey Langenthal-Aarwangen II ein grosser Brocken auf der gegnerischen Seite. Dieses Spiel sollte Aufschluss geben, wo man tatsächlich stand. So viel vorneweg, das tat es auch.

Der UHC Obersiggenthal startete etwas nervös aber durchaus passabel in die Partie. Doch es war der Gegner, welcher seine Farben nach einem schnell vorgetragenen Konter in Führung brachte. Es kam noch bitterer für die Siggenthaler. Ein Fehler im Aufbau war gleichbedeutend mit dem 0:2. Zusehends wurde die Verunsicherung spür- aber auch sichtbar. Wiederum ein unglücklicher Fehler in der Hintermannschaft nützte ULA eiskalt zum 0:3 aus. Die Obersiggenthaler waren um eine Antwort bemüht, aber sie waren zu fehleranfällig hinten, zudem fehlte ihnen vorne die dringend benötigte Durchschlagskraft. Man war überall einen Schritt zu spät. Mit der letzten Aktion kurz vor dem Pausenpfiff gelang Huber auf Zuspiel von Baumgartner dennoch das schmeichelhafte 1:3. Dank diesem wichtigen Tor war man immer noch in Tuchfühlung mit dem Gegner. Im 2. Durchgang wollte man die Schlagzahl erhöhen, stellte um auf 2 Linien und dies durchaus mit Erfolg. Leder setzte nach einem satten Schuss von Huber energisch nach und verwertete den Abpraller aus kurzer Distanz. Nun war der UHC Obersiggenthal definitiv zurück im Spiel. Man kam in der Folge weiterhin zu guten, ja sogar sehr guten Abschlussmöglichkeiten. Der Ausgleichstreffer lag ein paar Mal in der Luft oder besser gesagt auf dem Stock. Doch es sollte irgendwie nicht sein und die Herren verfielen wieder in ihr altes Muster zurück. Nach einem Ballverlust bei einem eigenen Freistoss nahm ULA das Geschenk dankend an und verwertete souverän zur 2:4 Führung. Als 2 Sekunden vor Schluss ULA erneut reüssieren konnte, war dies gleichbedeutend wie ein Schlag ins Gesicht. Man betrieb in diesem Drittel viel Aufwand und kassierte dennoch 2 sehr ärgerliche Gegentreffer. Noch war aber das Spiel nicht zu Ende – noch bestand ein Fünkchen Hoffnung. Doch im 3. Drittel war die Luft irgendwie draussen. Zu stümperhaft, zu fehleranfällig und ohne Willen, das Spiel noch drehen zu wollen spielte man auf. ULA kam so relativ einfach zu weiteren Tormöglichkeiten. Das nur deren 2 genützt wurden, war einerseits Fumi im Tor zu verdanken, andererseits aber auch der nachlassenden Kaltschnäuzigkeit des Gegners. Der UHCO war mit dem Schlussresultat von 2:7 noch gut bedient. ULA zeigte der jungen Mannschaft ihre Schwächen resolut auf und gewann hochverdient. Muss man einem Rückstand hinterherlaufen, gerät man oftmals in die falsche Spur und spielt nicht das, was man sich eigentlich vorgenommen hat. Das ist schade, gehört aber zu einem Lernprozess dazu.

In der Vergangenheit wurde man mit Siegen verwöhnt, kannte das Gefühl einer Niederlage gar nicht mehr. Eine solche Niederlage bringt aber nur etwas, wenn man daraus auch etwas lernt. Die 3. Liga ist kein Selbstläufer und man wäre naiv zu denken, dass man mit wenig Aufwand hier bestehen kann. Dies sollte nun allen klar geworden sein. Das Trainertrio fordert eine deutliche Reaktion. Bereits am kommenden Sonntag im Spiel gegen Olten Zofingen II hat die Mannschaft die Möglichkeit, genau dies zu zeigen.

 

News verfasst von Oliver

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